Ablauf der Ereignisse / Entstehung

Hier einsteht ein Zeitstrahl aller wesentlichen Ereignisse bei der Einführung der Verfassung des Großherzogtums in 1820.

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01.03.1815

Napoleon kehrt aus seinem Exil auf Elbe in Frankreich zurück

Es beginnt die zweite Herrschaft Napoleons in Frankreich. Diese bezeichnet man als Herrschaft der Hundert Tage. Dadurch werden die Verhandlungen auf dem Wiener Kongress unter Druck gesetzt.

08.06.1815

Die Verabschiedung der Deutsche Bundesakte über die Gründung des Deutschen Bundes

(10.06.1815 Unterzeichnung)

Die Bundesakte wurde auf dem Kongress zu Wien verabschiedet und von den 39 Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Darin enthalten war Artikel 13, der die Einführung einer landständischen Verfassung von allen Mitgliedsstaaten verlangte.

18.06.1815

Schlacht von Waterloo

Der endgültige Sieg über Napoleon und das Ende seiner Herrschaft in Europa. Er dankt am 22.06. endgültig ab und begibt sich ins Exil auf St. Helena, wo er 05.05.1821 stirbt.

15.02.1816

Petition der 13 Standesherren für ein Standesvertretung beim Großherzog

Fürst Wilhelm von Solms-Braunfels verfasste zusammen mit 13 weiteren Standesherren ein Gesuch an den Großherzog mit dem Wunsch, dass eine Standesvertretungsversammlung eingeführt wird.

05.05.1816

Verfassung für das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Als erster Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes erhält das Großherzogtum Sachen-Weimar-Eisenach eine Verfassung.

18.10.1817

Wartburgfest

Anlässlich der 4. Jahrestag der Völkerschlacht in Leipzig und 300 Jahre Reformation haben sich Studenten und einige Professoren getroffen und für einen Nationalstaat und eine Verfassung protestiert.

01.11.1817

Unterschriftsaktion von Justizrat Ferdinand Beck

(Das genaue Datum ist nicht bekannt. Man spricht nur vom Anfang November)

Zusammen mit gleichgesinnten Mitstreitern sammelten Beck über 1000 Unterschriften, um eine vertragsweise Einführung einer ständischen Verfassung zu fordern. Damit ist er zum Sitz der Bundesversammlung in Frankfurt gefahren.

10.11.1817

Die Ausarbeitung einer Verfassung wird bekanntgegeben

Hessischer Bundestagsgesandte Harnier bekommt Anweisungen Beck darüber zu informieren, dass die Arbeit an einer Verfassung schon seit einer geraumen Zeit im Gange sei.

26.05.1818

Verfassung für das Königreich Bayern

25.06.1818

Einführung des Schuldentilgungsanstalt in Oberhessen

Für die Verwaltung der gestiegenen Schulden der Gemeinden in Oberhessen wurde eine Schuldentilgungsanstalt eingeführt. Die daraus entstandene Empörung führte zu Protestversammlungen, die als „wilde Landtage“ bezeichnet wurden.

22.08.1818

Verfassung für das Großherzogtum Baden

14.02.1819

Zwingenberger Deputiertenversammlung

Die „Schwarzen“ veranstaltete eine Deputiertenversammlung in Zwingenberg, die die Einführung einer echten Verfassung verlangte und dazu eine ständige Provinzialvertretung aufzubauen beabsichtigt.

20.02.1819

Übergabe Denkschrift und Protokoll der Zwingenberger-Versammlung

Vier Ausschussmitgliedern der Zwingenberger-Versammlung unter Führung des Michelstädter Stadtschultheißen Georg Heinrich Bogen überreichten dem Großherzog Ludewig I. eine Denkschrift und das Zwingenberger Protokoll.

23.03.1819

Ermordung Kotzebue durch Karl Sand

Der Burschenschaftler Karl Ludwig Sand tötet den Schriftsteller und russischen Staatsrat August von Kotzebue. Dieses Ereignis änderte die Bereitschaft des Großherzogs für Zugeständnisse. Am 01.04.1819 die ersten Verbote gegen weitere Versammlungen.

25.03.1819

Bekanntmachung über die Einführung der Verfassung

Die Großherzoglich Hessische Zeitung veröffentlichte die Bekanntmachung, die möglicherweise schon am 18.02.1819 verfasst würde, dass eine Verfassung für das Großherzogtum spätestens im Mai1820 eingeführt werde.

29.06.1819

Stillstand bei der Neuausarbeitung der Verfassung

Anweisung des Fürsts von Metternich

Eine gemeinsame Ausarbeitung einer neuen Verfassung wird zur Erleichterung von Minister von Grolman durch Preußen und Österreich verhindert. Die Verhandlungen gerieten ins Stocken.

31.07.1819

Absetzung von Lichtenbergs und Berufen von Grolman

Der Großherzog ersetzt seinen Staatsminister Freiherrn v. Lichtenberg durch den Juraprofessor und Kanzler der Landesuniversität Gießen Dr. v. Grolman. Er übernimmt ab jetzt die Verantwortung für die Ausarbeitung der Verfassung.

05.09.1819

Steuerverweigerung und Verhaftungen

In Michelstadt riefen die "Schwarzen" offen zur Steuerverweigerung auf. Eine Militäreinheit reitet am 16.09.1819 in die Stadt, um den Anführer zu verhaften. Bürgerwachen verhindern zunächst die Verhaftung aber dann stellten sich die Rebellen freiwillig.

20.09.1819

Verabschiedung der "Karlsbader Beschlüsse"

Die Ermordung von Kotzebue führte zu einem Zusammenkommen der Minister aus den einflussreichsten Staaten des Deutschen Bunds in Karlsbad, um Maßnahmen zur Eindämmung der demagogischen Umtriebe auf deutschem Gebiet zu beschließen.

18.03.1820

Das Märzedikt

Die Beschleunigung der Verfassungsgebung schien der hessischen Regierung dann doch die bessere Lösung, um die Lage zu entspannen. Knapp zwei Monate vor dem angekündigten Einführungsdatum verkündete Ludwig I. die Unterzeichnung des Verfassungsedikts.

27.06.1820

Eröffnung des 1. hessischen Landtag

Einige der gewählten Abgeordneten verweigerten den Eid. Dadurch versuchten sie die Anerkennung des Edikts zu verhindern. Minister von Gagern und K. C. Eigenbrodt könnten aber einen Kompromiss erzielen. Somit eröffnete sich der erste hessische Landtag.

14.10.1820

Der Wendepunkt

Staatssekretär Hofmann ließ eine Regierungserklärung im Landtag vor, die eine Neufassung der Verfassungsurkunde mit allen Nachbesserungen versprach. Geleitet von Präsident Eigenbrodt und Minister du Bos du Thil wurde die Ausarbeitung fortgeführt.

21.12.1820

Verabschiedung der Dezember-Verfassung

Im Dezember war es schließlich so weit. Großherzog Ludwig I. erhielt von Minister Grolman die Endfassung der erarbeiteten Verfassungsurkunde und unterzeichnete sie. Die Urkunde wurde am 21. Dezember 1820 im Landtag von Grolman übergeben und verkündet.


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