Ablauf der Ereignisse / Entstehung

07.03.1815

Nachricht von Napoleons Rückkehr von seinem Exil auf Elba

Während der Beratungen auf dem Wiener Kongress traff die Nachricht ein, dass Napoleon Ende Februar von Elba geflohen sei. Die bis dahin schleppenden Verhandlungen wurden auf einmal beschleunigt.

08.06.1815

Verabschiedung der Detusche Bundesakte

(10.06.1815 Unterzeichnung)

Während des Wiener Kongresses wurder die Deutsche Bundesakte über die Gründung des Deutschen Bundes verabiedet und von den 39 Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Darin erhalten war Artikel 13, der allen Mitgliedsstaaten verpflichtet eine "landständische Verfassung" einzuführen. Ohne Napoleons Rückkehr wäre diese Bestimmung möglicherweise viel schwächer oder gar nicht im Vertrag aufgenommen.

15.02.1816

Gesuch an den Großherzog von 13 Standesherren

Anfang der Verfassungsbewegung?

ersuchen vom Großherzog Ludewig I. schriftlich 13 Standesherren die Einführung der landständischen Verfassung. Federführend war Fürst Wilhelm von Solms-Braunfels.

18.10.1817

Wartburgfest

Protestkundgebung von Studenten und einige Professoren für einen Nationalstaat und eine Verfassung.

11.1817

Unterschriftsaktion von Justizrat Ferdinand Beck

Zusammen mit gleichgesinnten Mitstreiter sammelten Beck hunderte von Unterschriften, um eine vertragsweise Einführung einer ständischen Verfassung zu fordern. Damit ist er zum Sitz der Bundesversammlung in Frankfurt gefahren. Die Forderung wurde aber nicht angehört.

26.05.1818

Verfassung für das Königreich Bayern

22.08.1818

Verfassung für das Großherzogtum Baden

25.06.1818

Einführung des Schuldentilgungsanstalt in Oberhessen

Diese Einführung löste starke Protestversammlungen in Gießen und Grünberg aus

25.03.1819

Publikation der Verfassungszusage des Großherzogs in der Zeitung

Minister v. Lichtgenberg und Jaup überzeugen dem Großherzog, dass sie überzeugt waren, dass "ohne die bedeutensten Nacheile für die Krone" eine Erklärung zur Verfassungsfrage nicht mehr verschoben werden könne und er genehmigte den Antrag des Ministeriums, dass die erste Standesversammlungen noch im 1819 stattfinden sollen. Dies solle letzendlich zur Eröffnung des Landtags im Mai 1820.

23.03.1819

Ermordung Kotzebue durch Karl Sand

Der Burschenschaftler Karl Ludwig Sands tötet den Schriftsteller und russischen Staatsrat August von Kotzebue. Dieses Ereignis ändertete die Bereitschaft des Großherzogs für Zugeständnisse und es folgte am 01.04.1819 die erste Verbote gegen weitere Abgeordneten Versammlungen, die nichtsdestotrotz weiter stattfanden.

31.07.1819

Absetzung von Lichtenbergs und Berufen von Grolman

Der Großherzog beruft den Kanzler der Landesuniversität Gießen und Oberappellationsgerichtsrat Dr. v. Großman "zur Erleichterung" seines Staatsministers Freiherrn v. Lichtenberg zum wirklichen Geheimrat und Mitglied des Geheimen Staatsministeriums. Er übernimmt nun die Verantwortung für die Ausarbeitung der Verfassung.

Sommer 1819

Revolte und Verhaftungen

Die Lage spitzt sich zu. Am 20.08.1819 riefen in Michelstadt die "Schwarzen" offen zur Steuerverweigerunge. Ein Kommando Dragoner reitet am 16.09.1819 nach Michelstadt um den Anführer zu verhaften. Aufgebrachte Bürgerwachen verhindern die Verhaftung es droht einen Bürgerkrieg. Dann stellen sich die Rebellen freiwillig. 500 Mann werden in Michelstadt einquartiert.

20.09.1819

Verabschiedung der "Karlsbader Beschlüsse"

Durch die Ermordung von Kotzebue fürhte zu einen Zusammenkommen von Minister aus den einflussreichten Staaten in Karlsbad um Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung liberaler und nationaler "Tendenzen".

18.03.1820

Verfassungsedikt

Am 15.03.1820 legte Grolman seinen Entwurf der vom Großherzog angeforderte Verfassung vor. Am 18.03.1820 veröffentlichte die Regierung den Enwurf als Verfassungsedikt vom Großherzog. Diese fand sehr viel Kritik im "hiesigen Publikum (Grolman)" da sie vom Großherzog aufdiktiert wurde und nicht von Volksvertretern ausgearbeitet und verabschiedet.

27.06.1820

Eröffnung des 1. gewählten Landtag

Nachdem 32 Abgeordneten den Eid verweigerten und versuchten die Anerkennung des Edikts zu vermeideten, schlichteten Minister Hans Christoph von Gagern und karl Christian Eigenbrodt einen Kompromiß. So könnte die erste Sitzung des Landtagseröffnet.

29.06.1820

Einmischung Metternich

Fürst Metternich mischte sich in den Streit um das Edikt ein und legt die hessische Regierung nah, dass sie keine Kompromisse eingehen.

18.10.1820

Freispruch Leutnant Ludwig Schulz

Vorsitz des darmstädter Hofgreichts Ludwig Minnigerodes spricht Leutnant Ludwig Schulz, Verfasser des "Frage- und Antwortbüchlein über Allerlei was im deutschen Vaterland besonders Noth thut" mangels Beweise frei.

14.10.1820

Umschwung

Einlenken Grolman durch den Großherzog, Jaup und Karl Freiherr du Bos du Thil.

17.12.1820

Unterzeichnung der neuen Verfassung

Großherzog Ludewig I. unterzeichnet der neuen Verfassung und setzt somit den März-Edikt außer Kraft.

21.12.1820

Feierliche Übergabe der neuen Verfassungskurkunde

Dezember-Verfassung Zurücknahme der März-Edikt