Heinrich Karl Hofmann

Der Advokat Heinrich Karl Hofmann war führendes Mitglied der Darmstädter "Schwarzen", eine formlose Bewegung, die sich für eine repräsentative Verfassung für das Großherzogtum Hessen einsetzte. Er veröffentlichte Flugschriften und organisierte Versammlungen und weitere Aktionen, um die Einführung der Verfassung zu verwirklichen.

Herkunft

Sein Vater war Johann Michael Hofmann (1758–1826), der bei Hofmanns Geburt als fürstbischöflich Kammerrat und Kammeranwalt in Worms tätig war. Seine Mutter war Franziska Johanna von Gerster (1774–1830). Nach der Aufhebung des Fürstbistums Worms 1803 wechselte sein Vater in den Staatsdienst der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und siedelte mit seiner Familie nach Darmstadt um.

  • Geboren: 31.03.1795
  • Gestorben: 09.10.1845
  • Verheiratet: Ja
  • Militärdienst: Nein
  • Beruf:
    Advokat, Burschenschafter
  • Ausbildung:
    Schuler am Ludwig-Georg-Gymnasium in Darmstadt und Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Gießen und Heidelberg
  • Mitgliedschaften:
    Mitglieder der Darmstädter Schwarzen

politische Neigung

Er war ein gemäßigter Verfechter liberale Positionen. Er lehnte die Durchsetzung seiner Ziele mit Gewalt ab. Sein Fokus war die Einführung einer Volksvertretung auf Länderebene. Eine nationalistische Vereinheitlichung Deutschlands stand nicht im Mittelpunkt. Er stellte sich eine stufenweise Einführung einer Republik vor. Die konstitutionelle Monarchie war für ihn der erste Schritt in dieser Richtung.

Handlungen

Durch die Veröffentlichung mehrere Flugschriften und durch die Organisation verschiedene Aktionen hat Heinrich Karl Hofmann die Durchsetzung einer der liberaleren Verfassungen im Deutschen Bund vorangetrieben. Als erstes Unterstütze Ferdinand Beck bei einer Unterschriftenaktion im Jahr 1817. In den folgenden Jahren veröffentlichte er mehrere Flugschriften und organisierte 1819 eine Versammlung in Starkenburg. Die daraus erfolgte Petition übergab er dem Großherzog, der eine Verfassung für Mai 1820 versprach. Hofmann beteiligt sich an die Steuerverweigerung im Herbst 1819 und wurde verhaftet.

Quellen

  • Burghard Dedner (Hg.): Das Wartburgfest und die oppositionelle Bewegung in Hessen, in: Burghard, Dedner/Solms Wilhelm (Hgg.): Marburger Studien zur Literatur Bd. 7, Hitzeroth/Marburg 1994.
  • Esselborg, Karl /Hammann Wilhelm (Hgg.): Unter der Diltheykastanie. Schulerinnerungen ehemaliger Darmstädter Gymnasiasten zur Dreihundertjahrfeier des Ludwig-Georg-Gymnasiums, Darmstadt 1929